29.Oktober.2021, Schwarzwälder Bote, Hochwasserschutz in Reinerzau - Mauer oder Damm soll "Unteres Dörfle" schützen

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Wie sicher sind Reinerzau und die Kläranlage bei Hochwasser? Mit dieser Frage befasste sich der Gemeinderat Alpirsbach in seiner jüngsten Sitzung. Auch ein Experte war dazu eingeladen.

 Alpirsbach - Andreas Bernreuther von der Firma Wald + Corbe Consulting stellte das Untersuchungsergebnis zum Hochwasserschutz im Bereich Kleine Kinzig in Reinerzau vor.

Laut ihm ist nach der Veröffentlichung der Hochwassergefahrenkarte für Reinerzau insbesondere die Ortslage "Unteres Dörfle" im starken Ausmaß von Hochwasser bedroht. Mit verschiedenen Untersuchungsmethoden wurden die Ergebnisse eines Jahrhunderthochwassers simuliert und dem Gremium mit grafischen Darstellungen gezeigt. Dabei wurde auch deutlich, dass Gebäude im Gefährdungsgebiet liegen. Deshalb sollte von weiteren Baumaßnahmen in diesem Bereich abgesehen werden.

Auf Anwohner kommen Belastungen zu
Dazu stellte Bernreuther auch verschieden Konzepte vor, um sich vor solchen Extremereignissen zu schützen. Bei den Untersuchungen wurden verschiedene Möglichkeiten zu Verbesserung des Hochwasserschutzes in Betracht gezogen. Möglichkeiten wären ein Hochwasserschutzdamm oder eine Schutzmauer.

Eine weitere Untersuchung betraf die Kläranlage, die auch in einem Gefährdungsbereich liegt. Diese sei aber durch einen Wall geschützt, der allerdings nicht in der Hochwassergefährdungskarte des Landes eingetragen ist. Nach seinen Berechnung wäre die Kläranlage ausreichend geschützt. Als durchweg positiv sei das Rückhaltebecken der Kleinen Kinzig zu bewerten, denn damit könne der Abfluss gesteuert werden.

Anschließend stellte sich Andreas Bernreuther den Fragen der Gemeinderäte. So wollte Tabea Joos (FWV) wissen, ob die Kosten für eine Mauer oder einen Damm vergleichbar wären. Da gebe es kaum Unterschiede, erklärte Bernreuther. Hans-Dieter Rehm (UBL) fragte, ob Belastungen für die Anlieger zu erwarten seien, etwa wenn Grundstücke nicht mehr bebaut werden können oder wenn Umlagen auf sie zukämen.

Dazu erklärte Stadtbaumeister Bernd Hettich, dass auf jeden Fall die Anwohner und Anlieger beteiligt würden. Thomas Gutmann (ZfA), der auch Ortsvorsteher von Reinerzau ist, plädierte dafür, mit den Anliegern schnellstmöglich Gespräche zu führen.

Anita Frank, die als stellvertretende Bürgermeisterin die Sitzung leitete, formulierte dann den Beschlussvorschlag, dass die Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser umgesetzt werden sollen, die Verwaltung beauftragt wird, die Kosten zu berechnen und diese in den Haushaltsentwurf 2022 einzustellen. Die Firma Wald und Corbe Consulting wird die Kosten- und Nutzungsberechnung sowie die Planung übernehmen. Bei einer Gegenstimme wurde der Beschluss gefasst.

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