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19.Mai.2019, Schwarzwälder Bote, Dornhan - Wasser von unten - und von oben

Von Ursula Gukelberger Zum Abschluss der Hochwasserschutzmaßnahmen im Einzugsbereich der Glatt gab es am Samstag einen gelungenen Auftakt des Bachfestes in Leinstetten auf der Wöhrd. Viele Besucher hatten sich eingefunden. Ein volles Festzelt und viele Gäste vorm Zelt zeigten ihr großes Interesse an dieser wohl einmaligen Festlichkeit.

Dornhan-Leinstetten. Bachfest heißt Wasser von unten, aber leider auch von oben. Allen Vorhersagen zum Trotz begannen die Spiele der Schul- und Kindergartenkinder "Kleine Strolche" mit Sonne und dazu hatten sich Erzieher, Eltern und Helfer viel einfallen lassen. So wurden in Gruppen Laternen und Schiffe gebastelt, Fische geangelt, mit Wasserpistolen auf Flaschen gezielt und vieles mehr.

In der Zwischenzeit hatten sich acht toll kostümierten Gruppen zum ersten Vorlauf für das Drachenbootrennen eingefunden. Dazu gab es auch eine Juniorenmannschaft. In einem grünen und roten Drachenboot wurde gegeneinander angetreten. Es war gar nicht so einfach, die Boote gleichmäßig zu steuern und gerade zu halten, da half auch der Trommler an Bord nichts. Der Spaß der Teilnehmer und des Publikums war riesig.

Ein weiterer Höhepunkt war die Einfahrt und Anlandung des fast 60 Meter langen Schiltacher Original Schwarzwälder Gestörfloßes. Mit an Bord waren Ortsvorsteherin Sigrid Kümmich, Bürgermeister Markus Huber, Dornhan und Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer aus Glatten.

Nach der Anlandung wurde von Fritz Peter, der sich intensiv mit der Leinstetter Geschichte befasst, die Enthüllung der Flößertafel auf der Wöhrd, vorgenommen. Diese Tafel soll an viele Männer aus Leinstetten und der Umgebung erinnern. Diese Holztransporte auf der Glatt, Lauter und dem Heimbach bestimmten das Leben der Menschen hier. Im 19. Jahrhundert lebte noch jede zweite Familie in Leinstetten vom Handwerk der Flößer. Wilhelm Merz, Oberflößer aus Leinstetten begleitete die letzte Floßfahrt am 20. Oktober 1899 von Sulz nach Esslingen.

Um 19 Uhr eröffnete Ortsvorsteherin Sigrid Kümmich den Festakt. Sie bedankte sich bei allen Helfern, die einen großartig organisierten Arbeitsdienst geleistet hatten. Ohne diese Zusammenarbeit wäre die Ausrichtung eines solchen Festes nicht möglich.

Nach einigen Anekdoten über die Hochwasser in den vergangenen Jahren, übergab Sigrid Kümmich das Wort an Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer, zugleich Vorsitzender des Zweckverbandes Hochwasserschutz im Einzugsbereich der Glatt. Nach seiner Überzeugung wäre diese Baumaßnahme still und leise zu Ende gegangen, hätten nicht die Leinstetter zum Abschluss die Planung eines Festes in die Hand genommen.

Viele Namen müssten genannt werden, die sich alle für den Erfolg des Hochwasserschutzes im Glatttal eingesetzt hätten. Dabei begriffen die Menschen, dass Hochwasserschutz nicht nur die Unterlieger, sondern auch die Oberlieger angehe.

Zum Wohle Vieler mussten auch persönliche Interessen Einzelner zurück gestellt werden. Das bedurfte einer Menge Überzeugungsarbeit.

Stellvertretend bedankte sich Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer bei Ortsvorsteherin Sigrid Kümmich mit einem Blumenstrauß für deren Engagement.

Die verheerenden Hochwasserschäden der Jahre 1990 und 1992 gaben den Grund dafür, dass sich die Ober- und Unterliegerkommunen der Glatt mit dem technischen Hochwasserschutz für das Einzugsgebiet der Glatt und ihrer Nebengewässer auseinander setzten. Ausführlich ging Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer auf das Hochwasserschutzkonzept, die Planung und Ausführung ein.

Viele Dankesworte

Sein Dank für die Realisierung ging dabei an das Planungsbüro WALD + CORBE aus Hügelsheim, welches den Verband begleitet hatte, an den früheren Bürgermeister Michael Pfau, dem Land Baden-Württemberg für die finanzielle Unterstützung von nahezu 70 Prozent der Kosten aller Baumaßnahmen und an alle Verbandsgemeinden, welche die nicht zuschussfähigen Kosten sowie 30 Prozent Investitionskosten und den Unterhalt der drei Hochwasserrückhaltebecken finanzieren.

Dornhan Bürgermeister Markus Huber lobte, dass der Förderverein "Mehrzweckhalle Leinstetten" zusammen mit den Leinstetter Vereinen dieses Bachfest als Abschluss der Hochwasserschutzmaßnahmen bewerkstelligte. Er ging ausführlich auf die Kosten der Maßnahmen ein.

Nicht nur eine gelungene Schutzmaßnahme wurde bewerkstelligt, sondern es erfolgte zugleich eine Neugestaltung im Freizeitbereich am "Neuen Weg" in Bettenhausen und die Neugestaltung Wöhrd in Leinstetten. Gleichzeitig wurden die Voraussetzungen geschaffen, ein Bürgerhaus in der Ortsmitte, auf der Wöhrd zu erstellen.

Dürrenmettstettens Ortsvorsteher Robert Trautwein vertrat Bürgermeister Gerd Hieber aus Sulz und überbrachte dessen gute Wünsche zur Fertigstellung der Hochwasserschutzmaßnahme.

Zwischendurch wurden alle Gäste von vielen Helfern mit einem deftigen Flößervesper und Getränken versorgt. Zur weiteren Unterhaltung spielte die Coverband "Route 66" aus Freiburg.

Gegen 22 Uhr und bei leichtem Regen, zeigten Männer der Feuerwehr Leinstetten/Bettenhausen, dass sie nicht nur bei der Brandbekämpfung ihren "Mann stehen", sondern dass sie eine gigantische Wasser- und Lichtshow an der Glatt zuwege brachten.

Daniel Dölker war für die Tontechnik verantwortlich, die Musik zu der Show spielten als Eigenkomposition Joshua Beute an der Orgel und Vincent Bronner am Schlagzeug. Lothar Bronner übernahm die Aufnahmeleitung des Stückes.

Kommandant Oliver Weil mit seinen Kameraden Christian Bronner, Heiner Ott, Christoph Wegenast, Lorenz Günthner, Daniel Schreiber, Daniel Heinzelmann, Patrick Günthner, Michael Legler, Lauren Schaber, Wolfgang Zahn und Meinrad Günthner arbeiteten Hand in Hand an dieser unglaublichen Show, deren Choreografie mit Wasser, Licht, Farben und Musik hervorragend zusammenspielte.

Das Publikum bedankte sich bei ihnen mit einem riesigen Applaus.

 


30.April.2019, Offenburger Tageblatt - Hochwasserschutz am Dorfbach unter der Lupe-Starkregen bleibt ein Risiko für Unterentersbach

Der Schutz vor Überschwemmungen kann in Unterentersbach nur durch Objektschutzmaßnahmen an gefährdeten Gebäuden erfolgen. Dies ist das Fazit einer Ortschaftsratssitzung mit Ortsbegehung am Samstag. Joachim Corbe vom Büro Wald + Corbe erteilte damit auch einem Rückhaltebecken eine Absage.

Bereits Ende Januar informierte das Büro Wald + Corbe über das Ergebnis der sogenannten Flussgebietsuntersuchung auf der Gemarkung Zell. Die Experten berechnen hierbei aufgrund verschiedener Faktoren das Verhalten von Wasserläufen und in diesem Zuge mögliche Hochwassergefahren (wir berichteten).

Das Ergebnis vor rund drei Monaten war eindeutig, aber auch mit Kosten verbunden: Wenn die Stadt Zell den Harmersbach und den Dorfbach Unterentersbach gegen Hochwasser sichern möchte, würde das insgesamt rund 6,5 Millionen Euro kosten. Stimmige Gesamtkonzepte bezuschusst das Land mit bis zu 70 Prozent der Kosten.

Am Samstag tagte der Ortschaftsrat Unterentersbach und verband die Sitzung mit einer Ortsbegehung. Mit dabei war erneut Joachim Corbe. Der Zeller Stadtteil hat im Gegensatz zum weitaus größeren Harmersbach zwar »nur« einen eher beschaulichen Dorfbach, doch der tritt besonders bei Starkregen relativ schnell über die Ufer und überflutet vor allem den tiefer gelegenen Bereich des Dorfs großflächig.. Die Kapazität des Baches liegt bei rund 5,5 Kubikmeter Wasser/Sekunde, Erweiterungen des Bachbetts scheitern wohl am nicht vorhandenen Platz.

Grundsätzlich gibt es insofern zwei Möglichkeiten, um Überschwemmungen zu verhindern: Ein Hochwasserrückhaltebecken oder ein punktueller Objektschutz. Die Experten hatten ausgerechnet, dass ein Rückhaltebecken oberhalb des Orts rund 110?000 Kubikmeter Wasser aufnehmen müsste, um ein sogenanntes 100-jähriges Hochwasser aufzunehmen, die Berechungsgrundlage für alle Maßnahmen. Dafür müsste die Dammhöhe des Beckens zwölf Meter betragen, »gewaltig«, wie Corbe es nannte. Solch ein Becken würde rund 4,4 Millionen Euro kosten.

Keine Förderung

Trotz der Drosselung der Wasserzufuhr kämen im Bach in der Ortsmitte immer noch 7,2 Kubikmeter Wasser pro Sekunde an, der Bach würde also dennoch über die Ufer gehen. »Das Land würde das nicht fördern, da das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht gegeben ist«, stellte Corbe fest. Anders gesagt: Obwohl für Anlieger natürlich Schäden auftreten, käme keine Schadenssumme zusammen, die solch eine Investition rechtfertigen würde.

Für Unterentersbach bleibt also nur der Schutz betroffener Objekte, wie es bereits Ende Januar angekündigt wurde. Rund 550?000 Euro würden solche Einzelmaßnahmen in der Summe kosten, hatten die Experten errechnet.

Was das sein könnte, zeigte Joachim Corbe den Ortschafträten und den rund zehn Zuhörern zunächst im Dorfgemeinschaftshaus und später auch vor Ort. So können Lichtschächte oder Kellerabgänge durch entsprechende Vorrichtungen geschützt werden, ebenso Hof- und Garageneinfahrten, durch feste oder mobile Abgrenzungen. Auch eine Wasserschutztür kann helfen, aber auch nur ein Ventil im Keller, das schließt, wenn der Wasserpegel steigt. Oft ist es auch nur der Einbau einer zusätzlichen Stufe, die Treppenabgänge vor Überflutung schützt.

All diese Einzelmaßnahmen würden zu 100 Prozent erstattet, da sie zum Gesamtkonzept der Stadt Zell beim Hochwasserschutz gehören. Allerdings aber auch erst dann, wenn dieses Gesamtkonzept umgesetzt und gefördert wird. Da bis dahin das Hochwasserrisiko bleibt, möchte Ortsvorsteherin Andrea Kuhn darauf hinwirken, dass die Stadt je nachdem bei privaten Maßnahmen auch schon in Vorleistung geht, wie sie erklärte. Joachim Corbe appellierte auch grundsätzlich daran, bei Straßensanierungen oder Hausneubauten im Ort den Hochwasserschutz schon mit einzuplanen.

 


27.Februar.2019, Schorndorfer Nachrichten, Urbach/Plüderhausen - Hochwasser-Tore sind eingesetzt

Baustelle für Rückhaltebecken zwischen Urbach und Plüderhausen: Drei elf Tonnen schwere Stahlteile an ihren Platz gehievt.

Urbach/Plüderhausen (rma).  Es sind die entscheidenden Teile für den Hochwasserfall: Die drei sogenannten Schütztafeln verschließen bei Flutung das Hochwasserrückhaltebecken zwischen Urbach und Plüderhausen und sorgen für einen kontrollierten Abfluss des Wassers. Am Becken wird noch bis Ende Juli gebaut, der Radweg, der daran vorbeiführt, soll aber schon früher fertig sein.

Umgangssprachlich nennt Hans-Peter Sieg, der Technische Geschäftsführer des Wasserverbands Rems, sie "Schieber". Aber das ist eine Verniedlichung: Elf Tonnen schwer und 5,70 Meter lang und 4,40 Meter breit (Anmerkung: korrekte Maße des HRB: 7,50 m breit und 4,40 m hoch) ist jedes der drei stählernen Flut-Tore, ... zum vollständigen Artikel

 

WALD + CORBE Consulting GmbH hat die gesamte Planung, Ausführungsplanung (Leistungsphasen 1-9) sowie die Bauüberwachung des Hochwasserrückhaltebeckens gemacht. 

 


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