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05.Januar.2018, Youtube-Clip, Hochwasser am Rückhaltebecken Wolterdingen am 05.01.2018

von Ingo1165


05.Januar.2018, Stuttgarter Nachrichten, Hochwasser im Schwarzwald - Rückhaltebecken verhindert Schlimmeres

Viel ist in den vergangenen Jahren in den Hochwasserschutz investiert worden. Dass er zwar teuer ist, aber funktioniert, hat sich jetzt in Donaueschingen gezeigt. von kew

Donaueschingen - Es gilt als eines der großen Hochwasserrückhaltebecken im Land. Jetzt hat das Rückhaltebecken Wolterdingen die 1700 Einwohner des gleichnamigen Donaueschinger Teilorts (Schwarzwald-Baar-Kreis) vermutlich vor einem größeren Schaden bewahrt und ein Hochwasser an der Donau verhindert. Wie das Regierungspräsidium in Freiburg mitteilte, sei das Becken am Ortsrand am Donnerstagabend geöffnet worden. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Breg einen Abfluss von 75 Kubikmetern pro Sekunde erreicht.

Nach Angaben der Behörde wäre er später auf bis zu 130 Kubikmeter pro Sekunde gestiegen. Für Wolterdingen hätte dies voraussichtlich größere Hochwasserschäden bedeutet. Durch den Einsatz des Beckens sei es gelungen, den Abfluss um 55 Kubikmeter pro Sekunde zu reduzieren. Während der Maßnahme sei die Hälfte des Stauraums von 4,3 Millionen Kubikmeter gefüllt worden. Dann habe der Regen aufgehört und der Abfluss in der Breg stark nachgelassen, sagte ein Behördensprecher. Die vollständige Entleerung des Beckens sei von den weiteren Niederschlägen abhängig und werde voraussichtlich bis zum Montag andauern. Das Wolterdinger Rückhaltebecken war 2011 eingeweiht worden und hatte 23 Millionen Euro gekostet.

Auch das Kulturwehr in Kehl sei am Freitag für einen Einsatz vorbereitet worden. Es musste allerdings nicht in Betrieb gehen, sagte der Behördensprecher.

 


30.November.2017, Rhein-Neckar-Zeitung, Hochwasserschutz Eppingen - Die Stadt feilt weiter an einem Konzept

Zwei Jahre für Planung und Bau - Kosten noch unbekannt - Ackerhänge am "Bräunling" sollen nicht mehr bewirtschaftet werden

Eppingen. (guz) Die Katastrophe brach mitten in der Nacht über Eppingen herein. Gegen 1 Uhr prasselten am 25. Juni 2016 zeitweise mehr als 25 Liter Regen pro Minute auf jeden Quadratmeter. Am Rande der Nordstadt spülten die Wassermassen die Erde von den Feldern und schossen mit dieser Fracht dann fast ungehindert in die Wohngebiete. Straßen standen unter Wasser, Keller waren bis zur Decke mit Schlamm gefüllt, Autos wurden weggespült, der Bewohner einer Souterrainwohnung konnte sich im letzten Moment in Sicherheit bringen. Rund 170 Einsatzorte zählte die Feuerwehr damals, die Schäden gingen in die Millionen. Und fast genau ein Jahr später schoss erneut Schlammbrühe in die Nordstadt.

Inzwischen hat die Stadt die Sicherheitsmaßnahmen dort verbessert, gebannt ist die Gefahr aber nicht gänzlich. Als die CDU-Fraktion bei den Haushaltsberatungen kürzlich zusätzlich 50.000 Euro für Hochwasserschutz für 2018 durchsetzte, hatte OB Klaus Holaschke von "weiterem Handlungsbedarf" gesprochen und bekannt, dass ihm beim anhaltendem Regen vor zwei Wochen "die Hosen geflattert" hätten, als er mit Bürgermeister Peter Thalmann die Situation in der Bräunlingstraße begutachtete. Aber das neue Einlassbauwerk dort habe "prima funktioniert".

Damit möglichst nichts mehr auf die Bürger zukommt, kommt nun viel auf die Stadtkasse zu. Die Kommune hat die Fließwege- und Geschwindigkeiten des Wassers in den damals betroffenen Gebieten in der Nordstadt und in Adelshofen vom Ingenieurbüro Wald + Corbe (Hügelsheim) untersuchen lassen und will die Ergebnisse und die Vorschläge der Fachleute nun in eine Hochwasserschutzkonzeption einarbeiten. Zwei bis zweieinhalb Jahre soll es dauern, bis alle Maßnahmen umgesetzt sind. Mittelfristig sollen weitere "Problemzonen" im gesamten Stadtgebiet ermittelt werden. Eine Kostenschätzung, sagte Thalmann am Dienstag im Technischen Ausschuss, traue er sich noch nicht zu.

Die richtige und auch finanzierbare Mischung für mehr Schutz zu finden, ist nicht leicht. Alleine dass Ingenieurin Catharin Schäfer darauf hinwies, dass es wegen des Klimawandels inzwischen auch seitens des Landes ein Art Aufschlag auf die bisher geltenden Häufigkeitsberechnungen gebe, ließ aufhorchen. Extreme Unwetter, die statistisch nur einmal in 100 Jahren vorkommen, werden also öfter erwartet, und die Wassermenge beim Unwetter am 25. Juni 2016 lag weit über der eines 100-jährlichen Starkregens.

Zudem empfiehlt das Land inzwischen, Schutzbauwerke für Wohngebiete nicht mehr an 50-jährlichen Ereignissen, sondern künftig an 100-jährlichen auszurichten. Die Stadt solle darauf schon beim anstehenden Umbau des Rohrbachs reagieren und die Rohre größer dimensionieren, forderte Bürgermeister Thalmann. Auch ein neues Rückhaltebauwerk zwischen dem Hilsbach und der Adelshofer Straße sei erforderlich.

Als kritischer Punkt wird nach wie vor der Bereich "Bräunling" gesehen. Hier hat die Stadt bereits mehr als 50.000 Euro in einen neuen Feldweg mit starkem Gefälle zum Entwässerungsgraben hin und in ein verbessertes Einlaufbauwerk investiert. Laut dem Ingenieurbüro kann die Verdolung einen 100-jährlichen Starkregen aufnehmen. Das Problem ist jedoch der Einlauf, der sich schnell zusetze. Die Lösung wird in einer neu anzulegenden Retentionsfläche gesehen. Der Grunderwerb dafür laufe bereits, so Thalmann.

Viele Stadträte sehen jedoch auch den Pächter der Felder in der Verantwortung. "Wir haben dieses Problem in vielen Gebieten gehabt - es waren immer die Sonderkulturen", verdeutlichte auch Ingenieurin Schäfer. Dass man in Eppingen den Landwirt, der die Felder in diesem Gewann bewirtschaftet, an den Verhandlungstisch gebracht habe, sei "eine große Ausnahme". Die Hangflächen sollen dort künftig nicht mehr bewirtschaft werden. Es gebe eine entsprechende Vereinbarung zwischen dem Landwirt und dem Landwirtschafts- und Umweltschutzamt, sagte Thalmann. Reinhard Keller (CDU) sprach sich in diesem Zusammenhang gegen eine "Erosionspolizei" aus, die Sedimentabtragungen meldet: "Das macht keiner mit Absicht. Jedem Landwirt ist sein Ackerboden so wertvoll wie anderen ihr Garten."

Die Verwaltung will nun noch "tiefer in die einzelnen Untersuchungen einsteigen", um Problembereiche zu entschärfen. Auch über Ortstermine mit Gemeinderäten und Bürgern wird nachgedacht. Parallel wird an einem Hochwasseralarm- und Einsatzplan gearbeitet, der laut Verwaltung bereits fast fertig ist. 


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