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02.August.2019, baden online, Gemeinderat erlaubt Erweiterung - Kiesabbau im Petersee Freistett bis 2040 wohl gesichert

Der neu gewählte Gemeinderat stimmte am Mittwoch einstimmig der geplanten Erweiterung des Petersees zu. Die Abbaufläche der seit 1933 bestehenden Kiesgrube Freistett soll im Südosten erweitert, die Feinsedimente sollen umgelagert werden.

 »Dieses große Projekt findet sich auch in der Fortschreibung des Regionalplans, in dem die Flächen für die Kiesförderung ausgeschrieben sind, wieder«, führte Bürgermeister Michael Welsche im Gemeinderat in das Thema Kiesgrube Freistett ein. Joachim Corbe, Geschäftsführer von Wald + Corbe Consulting, erläuterte die technische, Werner Spang, Geschäftsführer vom Büro Spang - Fischer - Natschka, die Umweltplanung. 

Die Hermann Peter KG produziert an Beton- und Asphaltzuschlagstoffe oder Straßenbaumischungen. 450 000 Kubikmeter produziert sie pro Jahr in etwa, wovon rund 40 Prozent in den eigenen Beton- und Kalksandsteinwerken am Standort, wo mehr als 120 Mitarbeiter beschäftigt sind, verwendet werden. Weitere 50 Arbeitsplätze sind durch Subunternehmen und Handwerksbetriebe gebunden.

Jede Menge Sand

»Derzeit können noch zwei Millionen Kubikmeter Kiese und Sande im Norden gewonnen werden, was einer Abbauzeit von fünf Jahren entspricht«, sagte Corbe. Im Süden liegen weitere abbaubare Kiese, die von etwa 800 000 Kubikmeter Feinsanden überdeckt werden. Diese Sande müssten umgelagert werden.

Der Kiesabbau ist bis zum 31. Dezember 2023 genehmigt. »Aufgrund der langen Dauer eines solchen Wasserrechtsverfahrens und hinsichtlich der benötigten Vorlaufzeit für vorbereitende Maßnahmen wie Waldrodung und Oberbodenabbau in der Erweiterungsfläche wurde der Wasserrechtsantrag beim Landratsamt schon eingereicht«, so Corbe. 
Der Antrag beinhaltet nicht die gesamte im Regionalplan ausgewiesene Abbaufläche. Die Erweiterung ist 13,6 Hektar groß. Die Feinsande sollen etwa 5,20 Meter hoch auf der Seesohle im Norden aufgebracht werden. Damit sie nicht in den Süden zurücklaufen, muss eine Rippe vorhanden sein.

Die Seefläche wird sich nach der Erweiterung auf 95,34 Hektar vergrößern, wird 1880 Meter lang und 800 Meter breit sein. Davon sollen 4,38 Hektar Flachwasserzonen sein, was einem Drittel der Uferlänge entspreche. Die Straße muss auf 650 Metern verlegt werden und dabei im Bogen ein Biotop umfahren. »Sie wird im Niveau nicht tiefer liegen und kann weiter bei Hochwasser befahren werden«, sagte Corbe.

Im Süden soll auf 65 Meter Tiefe gebaggert werden, im Norden sind 60 Meter möglich. Die Abbaumasse im erweiterten See liege bei zehn Millionen Kubikmetern, was einer Abbauzeit von 22 Jahren entspricht. Wenn man Ende 2021 die Genehmigung habe, könnten die Vorbereitungen beginnen, meinte der Planer.

Erst werde die Straße verlegt (vielleicht 2025), dann im Norden ausgebaggert, dann im Süden bis zur Tiefe der Sedimente. In rund zehn Jahren soll dann die Verlagerung der Sande beginnen. Dafür sind vier Jahre in den Wintern veranschlagt. Danach werde man in rund 16 Jahren automatisch in die Folgegenehmigung rutschen, erklärte Corbe.

21 Fischarten betroffen

»Zu Naturschutz und Umweltplanung sind sehr viele Gutachten erstellt worden«, sagte Spang. Dabei ging es um geschützte Tiere (neun Fledermausarten, 21 Brutvogelarten, Mauer- und Zauneidechsen, sechs Amphibienarten sowie 21 Fischarten), Pflanzen sowie das bodenkundliche und hydrogeologische Gutachten.

Für den Mensch ändere sich nicht viel, die Freizeitnutzung soll wie bisher möglich sein, die Bootsanlegestelle werde verlegt. Es werden 12,4 Hektar Wald in Anspruch genommen und dieselbe Menge wieder  aufgeforstet. Betroffen seien das 2,1 Hektar große Vogelschutzgebiet »Rheinniederung Kehl-Helmlingen« sowie das 1,4 Hektar große FFH-Gebiet »Westliches Hanauer Land«. 

Der landschaftspflegerische Begleitplan besteht aus 19 Maßnahmen wie der Optimierung des Waldes für bestimmte Tierarten, Flachwasserzonen und Eidechsenhabitaten. Laut Spang ergebe sich eine vollständige naturschutzrechtliche Kompensation des Eingriffs sowie keine erheblichen Beeinträchtigungen der Natura 2000-Gebiete.

»Es ist ein erheblicher Eingriff in die Natur«, wand Annette Frisch-Acar (CDU/FWG) ein, auch wenn diese Lösung besser sei, als an anderer Stelle ein neues Werk zu errichten. Ob der wegfallende Wald, der nicht nur in Rheinau wieder aufgeforstet wird, Auswirkungen auf das Klima habe, fragte sie. Er war überzeugt, dass man keine klimatischen Auswirkungen spüren werde. 


24.Juni.2019, Badisches Tagblatt, Expertentagung Karlsruhe - Stadtplanung muss künftig "blauer und grüner" werden

Expertentagung in Karlsruhe: Oberrheingraben wird zum "Hotspot" der Klimaerwärmung / Deutlich höhere Unwettergefahren

Von Winfried Heck 

Karlsruhe - Die Sommer werden heißer - und nasser. Was die Anwesenden am Mittwoch bei einer Fachtagung zum Thema "Klimaanpassung in der Stadt- und Regionalplanung" zu hören bekamen, war alles andere als leichte Kost.

Insbesondere der Vortrag von Armin Bobsien, Klimaschutzmanager der Stadt Emmendingen, hatte es in sich. ...zum Artikel


19.Mai.2019, Schwarzwälder Bote, Dornhan - Wasser von unten - und von oben

Von Ursula Gukelberger Zum Abschluss der Hochwasserschutzmaßnahmen im Einzugsbereich der Glatt gab es am Samstag einen gelungenen Auftakt des Bachfestes in Leinstetten auf der Wöhrd. Viele Besucher hatten sich eingefunden. Ein volles Festzelt und viele Gäste vorm Zelt zeigten ihr großes Interesse an dieser wohl einmaligen Festlichkeit.

Dornhan-Leinstetten. Bachfest heißt Wasser von unten, aber leider auch von oben. Allen Vorhersagen zum Trotz begannen die Spiele der Schul- und Kindergartenkinder "Kleine Strolche" mit Sonne und dazu hatten sich Erzieher, Eltern und Helfer viel einfallen lassen. So wurden in Gruppen Laternen und Schiffe gebastelt, Fische geangelt, mit Wasserpistolen auf Flaschen gezielt und vieles mehr.

In der Zwischenzeit hatten sich acht toll kostümierten Gruppen zum ersten Vorlauf für das Drachenbootrennen eingefunden. Dazu gab es auch eine Juniorenmannschaft. In einem grünen und roten Drachenboot wurde gegeneinander angetreten. Es war gar nicht so einfach, die Boote gleichmäßig zu steuern und gerade zu halten, da half auch der Trommler an Bord nichts. Der Spaß der Teilnehmer und des Publikums war riesig.

Ein weiterer Höhepunkt war die Einfahrt und Anlandung des fast 60 Meter langen Schiltacher Original Schwarzwälder Gestörfloßes. Mit an Bord waren Ortsvorsteherin Sigrid Kümmich, Bürgermeister Markus Huber, Dornhan und Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer aus Glatten.

Nach der Anlandung wurde von Fritz Peter, der sich intensiv mit der Leinstetter Geschichte befasst, die Enthüllung der Flößertafel auf der Wöhrd, vorgenommen. Diese Tafel soll an viele Männer aus Leinstetten und der Umgebung erinnern. Diese Holztransporte auf der Glatt, Lauter und dem Heimbach bestimmten das Leben der Menschen hier. Im 19. Jahrhundert lebte noch jede zweite Familie in Leinstetten vom Handwerk der Flößer. Wilhelm Merz, Oberflößer aus Leinstetten begleitete die letzte Floßfahrt am 20. Oktober 1899 von Sulz nach Esslingen.

Um 19 Uhr eröffnete Ortsvorsteherin Sigrid Kümmich den Festakt. Sie bedankte sich bei allen Helfern, die einen großartig organisierten Arbeitsdienst geleistet hatten. Ohne diese Zusammenarbeit wäre die Ausrichtung eines solchen Festes nicht möglich.

Nach einigen Anekdoten über die Hochwasser in den vergangenen Jahren, übergab Sigrid Kümmich das Wort an Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer, zugleich Vorsitzender des Zweckverbandes Hochwasserschutz im Einzugsbereich der Glatt. Nach seiner Überzeugung wäre diese Baumaßnahme still und leise zu Ende gegangen, hätten nicht die Leinstetter zum Abschluss die Planung eines Festes in die Hand genommen.

Viele Namen müssten genannt werden, die sich alle für den Erfolg des Hochwasserschutzes im Glatttal eingesetzt hätten. Dabei begriffen die Menschen, dass Hochwasserschutz nicht nur die Unterlieger, sondern auch die Oberlieger angehe.

Zum Wohle Vieler mussten auch persönliche Interessen Einzelner zurück gestellt werden. Das bedurfte einer Menge Überzeugungsarbeit.

Stellvertretend bedankte sich Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer bei Ortsvorsteherin Sigrid Kümmich mit einem Blumenstrauß für deren Engagement.

Die verheerenden Hochwasserschäden der Jahre 1990 und 1992 gaben den Grund dafür, dass sich die Ober- und Unterliegerkommunen der Glatt mit dem technischen Hochwasserschutz für das Einzugsgebiet der Glatt und ihrer Nebengewässer auseinander setzten. Ausführlich ging Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer auf das Hochwasserschutzkonzept, die Planung und Ausführung ein.

Viele Dankesworte

Sein Dank für die Realisierung ging dabei an das Planungsbüro WALD + CORBE aus Hügelsheim, welches den Verband begleitet hatte, an den früheren Bürgermeister Michael Pfau, dem Land Baden-Württemberg für die finanzielle Unterstützung von nahezu 70 Prozent der Kosten aller Baumaßnahmen und an alle Verbandsgemeinden, welche die nicht zuschussfähigen Kosten sowie 30 Prozent Investitionskosten und den Unterhalt der drei Hochwasserrückhaltebecken finanzieren.

Dornhan Bürgermeister Markus Huber lobte, dass der Förderverein "Mehrzweckhalle Leinstetten" zusammen mit den Leinstetter Vereinen dieses Bachfest als Abschluss der Hochwasserschutzmaßnahmen bewerkstelligte. Er ging ausführlich auf die Kosten der Maßnahmen ein.

Nicht nur eine gelungene Schutzmaßnahme wurde bewerkstelligt, sondern es erfolgte zugleich eine Neugestaltung im Freizeitbereich am "Neuen Weg" in Bettenhausen und die Neugestaltung Wöhrd in Leinstetten. Gleichzeitig wurden die Voraussetzungen geschaffen, ein Bürgerhaus in der Ortsmitte, auf der Wöhrd zu erstellen.

Dürrenmettstettens Ortsvorsteher Robert Trautwein vertrat Bürgermeister Gerd Hieber aus Sulz und überbrachte dessen gute Wünsche zur Fertigstellung der Hochwasserschutzmaßnahme.

Zwischendurch wurden alle Gäste von vielen Helfern mit einem deftigen Flößervesper und Getränken versorgt. Zur weiteren Unterhaltung spielte die Coverband "Route 66" aus Freiburg.

Gegen 22 Uhr und bei leichtem Regen, zeigten Männer der Feuerwehr Leinstetten/Bettenhausen, dass sie nicht nur bei der Brandbekämpfung ihren "Mann stehen", sondern dass sie eine gigantische Wasser- und Lichtshow an der Glatt zuwege brachten.

Daniel Dölker war für die Tontechnik verantwortlich, die Musik zu der Show spielten als Eigenkomposition Joshua Beute an der Orgel und Vincent Bronner am Schlagzeug. Lothar Bronner übernahm die Aufnahmeleitung des Stückes.

Kommandant Oliver Weil mit seinen Kameraden Christian Bronner, Heiner Ott, Christoph Wegenast, Lorenz Günthner, Daniel Schreiber, Daniel Heinzelmann, Patrick Günthner, Michael Legler, Lauren Schaber, Wolfgang Zahn und Meinrad Günthner arbeiteten Hand in Hand an dieser unglaublichen Show, deren Choreografie mit Wasser, Licht, Farben und Musik hervorragend zusammenspielte.

Das Publikum bedankte sich bei ihnen mit einem riesigen Applaus.

 


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