09.Mai.2019, baden online, Willstätt-Legelshurst, Kieswerk Legelshurst stellt Erweiterungspläne vor

Test

Der Kiesabbau am Baggersee Legelshurst soll um eine Fläche von rund vier Hektar erweitert werden. Bei einem Info-Abend wurde am Montag das Vorhaben mit den voraussichtlichen Auswirkungen sowie die Ziele und die erforderlichen Arbeiten der Öffentlichkeit vorgestellt.

Seit 2003 betreibt die Hermann Uhl KG mit Hauptsitz in Schutterwald den Kiesabbau im Legelshurster Baggersee mit angeschlossener Kiesaufbereitung. Die Firma Uhl hat in der Ortenau mehrere Kies- und Transportbetonwerke und beschäftigt 150 Mitarbeiter.
Nun will das Unternehmen den Kiesabbau im Legelshurster Baggersee um eine Fläche von vier Hektar erweitern. Prokurist Heinz Barz, Joachim Corbe (Technische Planung), Eugen Funk, Chef eines Fachbüros für Hydrogeologie in Staufen, und Hubert Neubauer vom Landschaftsarchitekten-Büro Spang, Fischer, Natzsch­ka aus Walldorf stellten die Pläne am Montag der Öffentlichkeit vor. Rund 30 Besucher waren dazu ins Probelokal des »Sängerbundes« an der Festhalle gekommen.
Abbauperspektive für weitere 15 Jahre
Rund vier Millionen Kubikmeter Kies will das Unternehmen im Bereich der Erweiterungsfläche in den nächsten Jahren abbauen. Die Erweiterung sei notwendig, um die Zukunft des Standorts Legelshurst zu gewährleisten, so Barz. Die Erweiterung sichere dem Unternehmen eine Abbauperspektive für weitere 15 Jahre. Barz betonte auch, dass im Vorfeld alle beteiligten Gremien in der Gemeinde Willstätt mit eingebunden worden seien.
Erweiterung im Nordosten
Wie Joachim Corbe erläuterte, liegt die neu eingezeichnete Abbaufläche im Nordostbereich des Baggersees. Diplom-Geologe Eugen Funk informierte unterer anderem über die Wasserbilanz, die Grundwasserströmung und die dazu gehörende Wirkungsprognose. 

Breiten Raum nahmen der Naturschutz und die Umweltplanung ein. Hubert Neubauer hatte dazu auf das Thema bezogene Beispiele der Umweltverträglichkeitsstudie dabei und informierte über Kartierungen, Fachgutachten und die Auswertung der Ergebnisse eines Scoping-Termins des Landratsamtes Ortenaukreis am 18. Juni 2016 im Baggerseegebiet, der auch die neue Abbauplanung beinhaltete. Er erläuterte die Auswirkungen auf das Schutzgut Mensch und die Schutzgüter Pflanzen und Tiere. In seiner Bewertung sprach Neubauer ferner von einer mittleren Erfüllung der Bodenfunktionen. 

Angelverein wird einbezogen

Eine von Prokurist Heinz Barz moderierte Diskussionsrunde schloss sich den Vorträgen an. Knapp 30 Minuten lang beantworteten die Experten die Fragen der Zuhörer. Dabei ging es etwa darum, ob Tiere umgesiedelt werden müssen oder was mit den verschiedenen Schichten beim Abtragen des Bodens passiert. Laut Hubert Neubauer soll der Oberboden als guter Boden wiederverwertet und der Unterboden unter anderem für Gestaltungsmaßnahmen genutzt werden. Bei Maßnahmen zum Auffüllen will sich das Unternehmen laut Heinz Barz mit dem Angelverein zusammensetzen, was von den Besuchern positiv aufgenommen wurde. 

Auch kritische Fragen

Es gab auch kritische Fragen. So bemängelte ein Landwirt angesichts der Tatsache, dass Grund und Boden unersetzbar sind, dass man in Deutschland und Holland mit zweierlei Maßen messe: In Holland gehe man in die Tiefe und kaufe zudem den Kies in Deutschland. Dem widersprach Heinz Barz. Nach seinen Angaben bleiben 90 Prozent des in Legelshurst abgebauten Kieses im regionalen Raum. Zudem gehe man in Legelshurst sehr wohl in die Tiefe; man brauche aber auch die Ausweitung im Osten des Areals um den Baggersee. 

Antrag soll im Sommer gestellt werden

Am Ende gab es aus den Besucherreihen viel Beifall. Wie Barz auf Nachfrage weiter mitteilte, will das Unternehmen im Juni/Juli den Erweiterungsantrag bei der zuständigen Genehmigungsbehörde des Landratsamtes einreichen.

DRUCKEN