Kommunales Starkrisikomanagement

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Projekt: Kommunales Starkrisikomanagement
Bearbeitungszeitraum: seit 2017
Auftraggeber: Kommunen aus Baden-Württemberg
Leistungsbereiche: Wasserwirtschaft
Land: Baden-Württemberg


Allgemeines

In den letzten Jahren haben Starkregenereignisse zu teilweise katastrophalen Schäden geführt und es ist davon auszugehen, dass durch die Folgen der Klimaänderung zukünftig mit einer weiteren Häufung an Ereignissen zu rechnen ist. Insbesondere die im Mai und Juni 2016 in ganz Baden-Württemberg aufgetretenen Schadensfälle haben dazu beigetragen, dass die Gefährdung durch Starkregen („wild abfließendes Wasser“) ein mittlerweile stark beachtetes Thema darstellt und die Kommunen vor neue Herausforderungen stellt (Bild 1).

Förderung, Standardreferenzverfahren

Das Land hat auf diese zunehmende Gefährdung reagiert und fördert jetzt auch Starkregenuntersuchungen und Maßnahmen zur Verbesserung des Schutzes vor Starkregen. Grundlage für eine Risikoabschätzung und die Entwicklung von Maßnahmen ist der Leitfaden „Kommunales Starkregenrisikomanagement in Baden-Württemberg“ [1]. Die Durchführung von Starkregenuntersuchungen wird vom Land zu 70 % gefördert (FrWw). Um eine Förderung durch das Land zu erhalten sind Starkregenuntersuchungen nach dem Landesleitfaden zu bearbeiten und dürfen nur von zertifizierten Büros durchgeführt werden.
WALD + CORBE hat mit zwei unterschiedlichen 2D-Modellen (HYDRO_AS-2D und FloodArea) erfolgreich am Standardreferenzverfahren der LUBW teilgenommen. Somit können wir Städte und Gemeinden bei den einzelnen Schritten des kommunalen Starkregenrisikomanagement unterstützen.

Frühere Projekte, Mitarbeit an Leitfäden

Das Büro WALD + CORBE beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Starkregen und war an der Erstellung mehrerer Starkregen-Leitfäden beteiligt [2, 3]. Da in der Vergangenheit für etwa 1/3 der Landesfläche Flussgebietsuntersuchungen durchgeführt wurde, war das Büro auch immer Ansprechpartner für die Kommunen bei aufgetretenen Starkregenereignissen. So wurden im Rahmen von Flussgebietsuntersuchungen bereits in Anlehnung an den LUBW-Leitfaden für die Ortsbereiche Sulzbach und Schollbrunn Starkregenuntersuchungen durchgeführt.

Aktuelle Projekte

Seit 2018 arbeiten wir zusammen mit verschiedenen Kommunen (Mönsheim, Geisingen, …) an der Erstellung von Starkregengefahrenkarten. Dabei werden auf der Basis von Oberflächenabflusskennwerten (OAK) für die Ortslage einschließlich der Hangflächen Starkregenkarten für drei Szenarien (selten, außergewöhnlich und extrem) erstellt. Auf deren Grundlage werden anschließend Lösungskonzepte zur Verbesserung des Schutzes vor wild abfließendem Wasser ausgearbeitet.

Radargemessene Niederschläge

Abseits größerer Fließgewässer ist eine Analyse und Einordnung lokaler Starkregenereignisse sehr schwierig. Radargemessener Niederschläge können im Zusammenspiel mit Bodenstationsmessungen meist sehr gut angepasst werden und ermöglichen ein räumlich und zeitlich hochaufgelöstes Bild von Starkregenereignissen. Die von WALD + CORBE entwickelte Methodik zur „Offline-Anpassung“ von Radarniederschlägen wurde in der Vergangenheit erfolgreich getestet und kann zukünftig in der wasserwirtschaftlichen Praxis eingesetzt werden [4].

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Hans Göppert
h.goeppert@wald-corbe.de

Literatur

[1] LUBW (2016): Leitfaden „Kommunales Starkregenrisikomanagement in Baden-Württemberg“

[2] DWA-Themen (2013): Starkregen und urbane Sturzfluten – Praxisleitfaden zur Überflutungsvorsorge, T1/2013

[3] WBW (2016): Risiko durch Starkregen, Vorsorge, Agieren, Nachsorge

[4] Göppert (2018): Auswertung von abgelaufener Starkregenereignissen über Radarmessungen, Wasserwirtschafts­tagung am 8.6.2018 in Baden-Baden (WBW)

 
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