19.Januar.2018, Pforzheimer Zeitung, Wetterextreme nehmen zu: Aufschlussreicher Hochwasservortrag im Mönsheimer Rat

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Autor: Claudia Keller

Mönsheim. „Es geht um Hochwasser jenseits der Gewässer“, erklärte Hans Göppert vom Büro Wald + Corbe, als er den Mönsheimer Gemeinderat über das Thema Starkregenrisikomanagement informiert hat. Der Fachmann zeigte dem Gremium auf, dass es neben dem Hochwasser durch Gewässer eine weitere, bislang weniger untersuchte Gefahr bei Starkregenereignissen gibt, wie das Wasser aus den Flächen von Hanglagen.

„Allerdings gibt es genauso wie bei Hochwasser keinen unendlichen Schutz bei Naturkatastrophen“, merkte Göppert an. Er zeigte in seinem Vortrag Fotos von überfluteten Orten, die teilweise durch das Wasser aus den Hangflächen geflutet worden waren. Angesichts der Schäden, die in den vergangenen zehn Jahren aufgetreten seien, sah der Fachmann eine deutliche Zunahme. „Im Jahr 2016 haben wir jeden Monat Extremlagen gehabt“, erinnerte Göppert. Er berichtete weiter, dass auch die Klimaforschung prognostiziere, dass es immer mehr Hochwasser geben werde. „Wenn wir uns die Starkregen ansehen, so besteht die Befürchtung, dass diese auch zunehmen werden“, hielt Göppert fest.

Den Zusammenhang erklärte er mit zunehmenden Temperaturen, da warme Luft auch mehr Wasser speichern könne. Das Hochwasser, das im Jahr 2016 im Ort Braunsbach große Schäden angerichtet hat, bezeichnete er als Schlüsselerlebnis für Baden-Württemberg. „Der örtliche Bach in Braunsbach ist etwa so groß wie der Entenbach in Mönsheim“, warf Göppert ein. „Diese Sommergewitter können jeden treffen.“ Zwischenzeitlich habe man reagiert und entsprechende Leitfäden herausgegeben, darunter auch die Information „Kommunales Starkregenrisikomanagement“ des Landes. Darin geht es speziell um Starkregenereignisse mit großer Niederschlagsmenge und von hoher Intensität, die meist von geringer örtlicher Ausdehnung und kurzer Dauer sind und deshalb ein schwer kalkulierbares Überschwemmungsrisiko darstellen. Bürgermeister Thomas Fritsch schlug vor, ein Angebot zur Erstellung einer Starkregenrisikokarte einzuholen. Der Gemeinderat stimmte dem einhellig zu.

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